Bronzeplastik Hanno Edelmann: Über die Plastik Bronze Sculptures  

    

Bronzeguss

Der Bronzeguss ist ein Urformverfahren, bei dem flüssige Bronze, eine Legierung aus Kupfer und Zinn, in eine Form gegossen wird, um einen gewünschten Gegenstand aus Bronze herzustellen. Typische Produkte waren und sind u.a. Glocken, Epitaphien, Plastiken, Werkzeuge, Kanonen, Spiegel und Schmuck.Der Bronzeguss genießt eine lange Tradition, die in ihren Wurzeln bis in das Neolithikum zurückreicht. Im 4. vorchristlichen Jahrtausend haben Menschen begonnen Kupfer zu schmelzen und zu gießen. Erste Nachweise für gegossenes Kupfer in Mitteleuropa sind Tiegelfunde aus der Pfyner Kultur, Schweiz. Ab etwa 2200 v. Chr. taucht Zinn-Bronze regelmäßig in Mitteleuropa auf.Der Bronzeguss ist neben der Kaltbearbeitung der Bronze der wichtigste Produktionsprozess der Bronzezeit, da er nach und nach die Produktion der Steingeräte ersetzt. Von großem Vorteil ist die Wiederverwendbarkeit des Metalls, das sich beliebig oft wieder einschmelzen lässt.Im Verlauf der Menschheitsgeschichte haben sich mehrere Form-Verfahren herausgebildet:

  1. Gießen in Dauerformen
  2. Gießen in Verlorene Formen

Gießen in Verlorene Formen

In der Literatur wird das Wachsausschmelzverfahren oft mit dem Verfahren der Verlorenen Form gleichgesetzt. Dies ist technisch nicht richtig, da auch Sandformen zu den verlorenen Formen zählen, die nach dem Guss zerstört werden. Beim Wachsausschmelzverfahren sollte also eher vom Verfahren mit Verlorenem Modell gesprochen werden. Anforderungen an den Formstoff sind die Bildsamkeit, Gasdurchlässigkeit, mechanische Belastbarkeit vor dem Guss und guter Zerfall nach dem Guss, um nur die wichtigsten zu nennen. Der Guss erfolgt meist in kalte Formen, die zunächst unbedingt trocken gebrannt werden müssen. Hierbei ist auch darauf zu achten, sämtliches chemisch gebundene Kristallwasser zu entfernen. Bronzeguss mit Urmodell Der nachfolgende Artikel beschreibt die Herstellung eines Wachspositivs mit Hilfe einer sogenannten Gips-Stückform. Das Wachspositiv wird für die Herstellung einer Form mit dem Wachsausschmelzverfahren benötigt. Da die Silikonkautschukmassen eine relativ neue Entwicklung sind, wird hier eine traditionelle Weise beschrieben, mit der Wachsmodelle auch ohne Silikonkautschuk hergestellt werden können. Eine Stückform besteht aus einzelnen Stücken, die Teile des Modells derart abformen, dass keine Hinterschneidungen entstehen, die ein Abnehmen der Stücke unmöglich machen würden. Nachdem alle Gipsstücke hergestellt sind und die Stückform fertig ist, werden die Gipsstücke nacheinander wieder abgenommen, um das Gipspositiv freizulegen. Die Gipsstücke werden gewässert und danach zusammengefügt. Der entstandene Hohlraum wird nachfolgend mit flüssigem Wachs ausgepinselt bzw. geschwenkt. Nachdem das Wachs erkaltet ist, lassen sich die einzelnen Gipsstücke entfernen und das Wachsmodell kann entnommen werden. Durch die mehr oder minder große Anzahl der Gipsstücke sind auf dem Wachs zahlreiche Nähte entstanden, die vor dem Herstellen der Gussform überarbeitet werden müssen. Arbeitsschritte

  1. Modell (evtl. aus Ton)
  2. Gipsnegativ
  3. Gipspositiv gießen und ausbessern
  4. Teilabgüsse, die Hinterschneidung vermeiden, ergeben Stückform (Negativform), Gipspositiv bleibt erhalten
  5. Stückform zusammensetzen und innen mit Wachs auskleiden
  6. (Kernmasse einfüllen)
  7. Einzelne Stücke der Stückform abnehmen und Wachs auf diese Weise entformen
  8. Wachs überarbeiten

Wachsausschmelzverfahren

Das Wachsausschmelzverfahren ist ein Formverfahren für den Metallguss. Es werden meist einteilige Formen hergestellt. Die Modelle werden meist aus Wachs, seit einigen Jahren zunehmend auch aus Kunststoffen hergestellt. Im Verlauf des Verfahrens wird sowohl das Modell als auch die Form zerstört. Daher wird es auch als Verfahren mit verlorenem Modell bezeichnet, gelegentlich auch als Verfahren mit verlorener Form. Da aber noch andere, gänzlich verschiedene Formverfahren mit verlorener Form existieren, sollte letztere Bezeichnung vermieden werden.Eine andere Bezeichnung für das Verfahren ist cire perdu (frz. verlorenes Wachs).

Arbeitsschritte

  1. Ein gewünschter Gegenstand wird aus Wachs modelliert. Dies ist das Modell oder Wachsmodell.
  2. Der Formstoff wird aufbereitet.
  3. Das Modell wird mit Einguss- und Entlüftungskanälen versehen (in Gießereien werden solche Modelle auch als "das Wachs" bezeichnet)
  4. Das Modell wird mit Formstoff/Einbettmasse ummantelt; es entsteht die Grünform.
  5. Die Grünform wird ausgeschmolzen; der Formhohlraum entsteht.
  6. Je nach Einbettmasse wird die Form eventuell gebrannt ("Fest gemauert in der Erde steht die Form aus Lehm gebrannt ...",
  7. Geschmolzenes Metall wird in die Form gegossen.
  8. Das Metall erstarrt in der Form.
  9. Die Form wird zerschlagen, um den Rohguss zu entnehmen. Varianten des Wachsausschmelzverfahrens Nach Art und Weise des Form-Aufbaus kann man unterscheiden in:
    1. Blockförmige Gussformen
    2. Formen mit schalenförmigem Aufbau
    Blockförmige Formen Hierzu zählen alle Formstoffe, deren Bindemittel Gips ist, z.B. Schamotte oder Ziegelsplitt. Die Wachsmodelle werden mit einem Anschnitt versehen und entweder in den flüssigen Formstoff getaucht oder die Modelle werden mit dem Formstoff übergossen. Nachdem der Gips abgebunden hat, müssen die Formen je nach Größe einige Tage im Trockenofen bei Temperaturen bis etwa 800°C gebrannt werden. Formen mit schalenförmigem Aufbau Diese Formen umhüllen das Wachsmodell mit einer Schale aus feuerfestem Formstoff. Der Unterschied liegt im Aufbau der Form. Während bei den obengenannten Formen der Formstoff in flüssiger Weise vorliegt, wird bei dieser Methode der Formstoff in einem oder mehreren Arbeitsgängen auf das Wachs aufgetragen. Die am häufigsten verwendeten Formstoffe hierfür sind Tone, und speziell aufbereitete Lehme. Seit einigen Jahrzehnten auch Quarzsand mit Wasserglas als Bindemittel, bzw. anderweitige feuerfeste Materialien wie Zirkon- und Olivinsand mit synthetischen Bindemitteln. Letztere finden oft in der Schmuckindustrie, dem Präzisionsguss oder dem Feingießen Verwendung. Materialien Anforderungen an die Materialien Das Modellmaterial muss mechanisch belastbar sein, so dass es beim Einformen nicht zerbricht oder deformiert wird. Das Modellmaterial muss sich restlos ausschmelzen lassen, dies gilt speziell beim Präzisionsguss. Sollte das Modell auch mittels einer Form hergestellt werden, sollte es nur eine geringe oder gar keine Schwindung aufweisen.Die Formstoffe sind vielgestaltig, aber alle Formstoffe sollten eine Kombination der folgenden Eigenschaften aufweisen:
    1. Bildsamkeit
    2. Feuerfestigkeit
    3. Gasdurchlässigkeit
    4. Guter Zerfall nach dem Guss
    Für den Präzisionsguss sind zusätzlich erforderlich:
    1. Dimensionsverhalten
    2. Chemische Stabilität
    Gipsgebundene Einbettmassen zerfallen leicht und geben dabei Schwefel ab, der das Gussmetall verunreinigt.Aus den Anforderungen lässt sich leicht ersehen, dass eine Reihe von Materialien in Frage kommen. Hier folgt eine Auswahl der verschiedenen Materialien:Tonmineral, Lehm, Schamotte, Quarzsand, Ziegelsplitt, Gips

    Geschichte


    Das Prinzip dieses Verfahrens ist seit Jahrtausenden bekannt und findet zumindest seit dem 4. vorchristlichen Jahrtausend Anwendung im Metallhandwerk. Bedeutende Zentren der Metallverarbeitung waren ab dem 5. Jahrtausend Bulgarien mit seinen frühen Kupferminen, sowie Anatolien mit Kestrel und Göltepe mit einer der frühesten Zinnminen und Zinnproduktion der alten Welt (4. Jhd. v. Chr.). Das Verfahren war auch den indigenen Völkern Kolumbiens und Mittelamerikas, z. B. den Muisca (Eldorado), bekannt. Sie benutzt dafür z. B. Tumbaga und formten Kultgegenstände. Alle bedeutenden Bronzekunstgusswerke des frühen Mittelalters sind so entstanden.
    Heute wird beispielsweise die Kühlerfigur des Rolls-Royce, der Spirit of Ecstasy, im Wachsausschmelzverfahren hergestellt. Auch in der zeitgenössischen Kunst findet dieses Verfahren seine Anwendung, da die Abformung sehr exakt die feinen Modellierstrukturen abbildet, wie man beispielsweise an den Bronzeskulpturen des Künstlers Norbert Marten erkennen kann. Die Zahntechnik verwendet diese Methode ebenfalls.

Kunstguss

Der Begriff Kunstguss bezeichnet die Herstellung der Kopie eines plastischen, künstlerischen Objektes. Meist handelt es sich dabei um ein von einem Künstler geschaffenes Tonmodell. Vom Modell einer Skulptur oder eines Reliefs aus Ton oder Wachs wird mit einem geeigneten Material eine Negativform erstellt. In diese Negativform wird danach das verflüssigte Material ("Speise") der herzustellenden Kopie gegossen. Nach der Erstarrung des eingegossenen Materials wird die Form von der fertigen Kopie getrennt.Je nach Verfahren erfordert die Herstellung ein mehrmaliges Abformen vom Modell bis zur fertigen Kopie. Außerdem wird die Negativform beim Abguss oft zerstört. In diesem Fall muss für eine weitere Kopie eine neue Form angefertigt werden (Verlorene Form, Bronzeguss). Die Erstellung eines qualitativ hochstehenden Kunstguss ist aufwändig und erfordert ein hohes Maß an Erfahrung des Kunstgießers. Die hohen Kosten entstehen hauptsächlich durch die Arbeit des Künstlers und des Kunstgießers und weniger durch die Materialkosten (Bronze).Vor allem aufgrund des monumentalen Bronzegusses entwickelte sich im 19. Jahrhundert in Europa, besonders in Deutschland und Frankreich eine Industrielandschaft spezialisierter Bildgießereien mit hohem Exportanteil.Innerhalb des Kunstgusses nimmt der Bronzeguss eine besondere Stellung ein. Das Verfahren wurde während der Bronzezeit entwickelt und wird in den Grundzügen noch heute verwendet. Es handelt sich um eines der ältesten Handwerke überhaupt. Über die Jahrtausende wurde die Technik lediglich verfeinert und erweitert.Die Verfahren des Kunstgusses sind vielfältig und umfassen u. a. die Techniken Wachsausschmelzverfahren, Sandformverfahren und Verlorene Form.Gebräuchliche Materialien für das spätere Original sind u. a. Bronze, Kupfer, Eisen, Aluminium, Zinn, Gips und Aramarmor.Gebräuchliche Materialien für die Erstellung des Negativs sind u. a. Gips, Latex, Silikon und Keramik (Bronzeguss).Gebräuchliche Materialien für die Erstellung des Modells sind u. a. Ton, Wachs und Gips.

 

Quelle: Wikipedia