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Der Bronzeguss ist ein Urformverfahren, bei dem flüssige Bronze, eine Legierung aus Kupfer und Zinn, in eine Form gegossen wird, um einen gewünschten Gegenstand aus Bronze herzustellen. Typische Produkte waren und sind u.a. Glocken, Epitaphien, Plastiken, Werkzeuge, Kanonen, Spiegel und Schmuck.Der Bronzeguss genießt eine lange Tradition, die in ihren Wurzeln bis in das Neolithikum zurückreicht. Im 4. vorchristlichen Jahrtausend haben Menschen begonnen Kupfer zu schmelzen und zu gießen. Erste Nachweise für gegossenes Kupfer in Mitteleuropa sind Tiegelfunde aus der Pfyner Kultur, Schweiz. Ab etwa 2200 v. Chr. taucht Zinn-Bronze regelmäßig in Mitteleuropa auf.Der Bronzeguss ist neben der Kaltbearbeitung der Bronze der wichtigste Produktionsprozess der Bronzezeit, da er nach und nach die Produktion der Steingeräte ersetzt. Von großem Vorteil ist die Wiederverwendbarkeit des Metalls, das sich beliebig oft wieder einschmelzen lässt.Im Verlauf der Menschheitsgeschichte haben sich mehrere Form-Verfahren herausgebildet:
In der Literatur wird das Wachsausschmelzverfahren oft mit dem Verfahren der Verlorenen Form gleichgesetzt. Dies ist technisch nicht richtig, da auch Sandformen zu den verlorenen Formen zählen, die nach dem Guss zerstört werden. Beim Wachsausschmelzverfahren sollte also eher vom Verfahren mit Verlorenem Modell gesprochen werden. Anforderungen an den Formstoff sind die Bildsamkeit, Gasdurchlässigkeit, mechanische Belastbarkeit vor dem Guss und guter Zerfall nach dem Guss, um nur die wichtigsten zu nennen. Der Guss erfolgt meist in kalte Formen, die zunächst unbedingt trocken gebrannt werden müssen. Hierbei ist auch darauf zu achten, sämtliches chemisch gebundene Kristallwasser zu entfernen. Bronzeguss mit Urmodell Der nachfolgende Artikel beschreibt die Herstellung eines Wachspositivs mit Hilfe einer sogenannten Gips-Stückform. Das Wachspositiv wird für die Herstellung einer Form mit dem Wachsausschmelzverfahren benötigt. Da die Silikonkautschukmassen eine relativ neue Entwicklung sind, wird hier eine traditionelle Weise beschrieben, mit der Wachsmodelle auch ohne Silikonkautschuk hergestellt werden können. Eine Stückform besteht aus einzelnen Stücken, die Teile des Modells derart abformen, dass keine Hinterschneidungen entstehen, die ein Abnehmen der Stücke unmöglich machen würden. Nachdem alle Gipsstücke hergestellt sind und die Stückform fertig ist, werden die Gipsstücke nacheinander wieder abgenommen, um das Gipspositiv freizulegen. Die Gipsstücke werden gewässert und danach zusammengefügt. Der entstandene Hohlraum wird nachfolgend mit flüssigem Wachs ausgepinselt bzw. geschwenkt. Nachdem das Wachs erkaltet ist, lassen sich die einzelnen Gipsstücke entfernen und das Wachsmodell kann entnommen werden. Durch die mehr oder minder große Anzahl der Gipsstücke sind auf dem Wachs zahlreiche Nähte entstanden, die vor dem Herstellen der Gussform überarbeitet werden müssen. Arbeitsschritte
Das Wachsausschmelzverfahren ist ein Formverfahren für den Metallguss. Es werden meist einteilige Formen hergestellt. Die Modelle werden meist aus Wachs, seit einigen Jahren zunehmend auch aus Kunststoffen hergestellt. Im Verlauf des Verfahrens wird sowohl das Modell als auch die Form zerstört. Daher wird es auch als Verfahren mit verlorenem Modell bezeichnet, gelegentlich auch als Verfahren mit verlorener Form. Da aber noch andere, gänzlich verschiedene Formverfahren mit verlorener Form existieren, sollte letztere Bezeichnung vermieden werden.Eine andere Bezeichnung für das Verfahren ist cire perdu (frz. verlorenes Wachs).
Arbeitsschritte
Der Begriff Kunstguss bezeichnet die Herstellung der Kopie eines plastischen, künstlerischen Objektes. Meist handelt es sich dabei um ein von einem Künstler geschaffenes Tonmodell. Vom Modell einer Skulptur oder eines Reliefs aus Ton oder Wachs wird mit einem geeigneten Material eine Negativform erstellt. In diese Negativform wird danach das verflüssigte Material ("Speise") der herzustellenden Kopie gegossen. Nach der Erstarrung des eingegossenen Materials wird die Form von der fertigen Kopie getrennt.Je nach Verfahren erfordert die Herstellung ein mehrmaliges Abformen vom Modell bis zur fertigen Kopie. Außerdem wird die Negativform beim Abguss oft zerstört. In diesem Fall muss für eine weitere Kopie eine neue Form angefertigt werden (Verlorene Form, Bronzeguss). Die Erstellung eines qualitativ hochstehenden Kunstguss ist aufwändig und erfordert ein hohes Maß an Erfahrung des Kunstgießers. Die hohen Kosten entstehen hauptsächlich durch die Arbeit des Künstlers und des Kunstgießers und weniger durch die Materialkosten (Bronze).Vor allem aufgrund des monumentalen Bronzegusses entwickelte sich im 19. Jahrhundert in Europa, besonders in Deutschland und Frankreich eine Industrielandschaft spezialisierter Bildgießereien mit hohem Exportanteil.Innerhalb des Kunstgusses nimmt der Bronzeguss eine besondere Stellung ein. Das Verfahren wurde während der Bronzezeit entwickelt und wird in den Grundzügen noch heute verwendet. Es handelt sich um eines der ältesten Handwerke überhaupt. Über die Jahrtausende wurde die Technik lediglich verfeinert und erweitert.Die Verfahren des Kunstgusses sind vielfältig und umfassen u. a. die Techniken Wachsausschmelzverfahren, Sandformverfahren und Verlorene Form.Gebräuchliche Materialien für das spätere Original sind u. a. Bronze, Kupfer, Eisen, Aluminium, Zinn, Gips und Aramarmor.Gebräuchliche Materialien für die Erstellung des Negativs sind u. a. Gips, Latex, Silikon und Keramik (Bronzeguss).Gebräuchliche Materialien für die Erstellung des Modells sind u. a. Ton, Wachs und Gips.
Quelle: Wikipedia