Familie Edelmann beim sonntägigen Spaziergang
1927 Familie Edelmann beim sonntäglichen Spaziergang
Hanno Edelmann wird im November 1923 in Hamburg geboren.
Hanno Edelmann mit seiner Schwester Lisa
1929 Hanno Edelmann mit seiner Schwester Lisa
Sein Vater gerät durch die Gewerkschaftsarbeit immer mehr ins berufliche Abseits. Die Familie muß von einer Wohnung in die andere ziehen, denn die feuchten Neubauwohnungen kann man nur im ersten Jahr verbilligt "trockenwohnen". Auf den Straßen bekämpften sich Nationalsozialisten und Kommunisten.
Der Lehrer Adolf Saggau mit seiner Klasse
1930 Der Lehrer Adolf Saggau mit seiner Klasse
Hannos Lehrer Adolf Saggau bemüht sich, seinen Schülern mit der Musik den Wert der Kunst zu vermitteln. Hanno liebt seinen Lehrer, und da der von ihm so verehrte Großvater ein berühmter Geiger war, trifft die Anregung auf Hannos offene Ohren. Er nimmt auf eigenen Wunsch Geigenstunden bei Adolf Saggau, bis dieser 1934 spurlos verschwindet. Hanno sieht durch das Schlüsselloch die verwüstete Wohnung. Man empfiehlt Hanno das Gymnasium. Schulgeld wird gesammelt, aber der stolze Vater lehnt ab, Almosen nimmt er nicht. Hanno zeichnet jetzt noch intensiver, er zeichnet den verschwundenen Klassenlehrer, ein Pferd auf die weiße Schulwand, rote Fahnen.
Abendkurse an der Kunsthochschule
1933 Abendkurs an der Kunsthochschule
Der Zehnjährige will Maler werden. Aber sein Vater lehnt ab, Hanno soll einen ordentlichen Beruf erlernen. Er darf Abendkurse in Zeichnen an der Hochschule für Bildende Künste besuchen. Hier macht er die Bekanntschaft mit jungen Malern. Sie laden ihn in ihre Ateliers ein, und für ihn öffnet sich eine geheimnisvolle, wunderbare Welt.
Familie Edelmann
1940 Familie Edelmann
1936 gewinnt Hanno Edelmann den ersten Preis im Malwettbewerb des Hagenbecker Tierparks. Während der Preisverleihung wird im selben Gebäude die Ausstellung "Entartete Kunst" eröffnet. Sie zeigt Bildern und Plastiken, die dem Kunstverständnis der NSDAP widersprechen. Hanno Edelmann schleicht sich am Wärter vorbei in die Ausstellung und ist fasziniert von den Bildern; die "Windsbraut" von Oskar Kokoschka beeindruckt ihn besonders. Der Vater besorgt Hanno eine Lehrstelle in einem Architekturbüro. Auch hier zeichnet er hauptsächlich: der Blick aus dem Fenster, die Architekten an ihren Zeichenbrettern, Portraits. An ihm würde ein Maler verlorengehen, sagen die Architekten. Schließlich bricht er die Lehre ab. Zum Abschied schenken ihm die Architekten einen Malkasten. Der inzwischen arbeitslose Vater bringt ihn in der Kunstdruckerei Mühlmeister & Johler als Lithographielehrling unter. Er zeichnet Aktmodelle und immer wieder Portraits, diesmal zusammen mit den Malern, die dort ihren Lebensunterhalt verdienen.
bei der Funkerausbildung in Königsberg
1941 Funkerausbildung in Königsberg
Mit 17 Jahren wird er 1941 zur Wehrmacht eingezogen. Zuerst in Königsberg, später im besetzten Frankreich wird er als Funker ausgebildet. In Frankreich zeichnet er in jeder freien Minute: Menschen im Café, die Brücke von Avignon, Angler an der Rhône. 1943 wird er an die Ostfront zu einer Aufklärungseinheit in Witebsk versetzt und wenig später von der Roten Armee gefangengenommen. Vier Jahre lebt Hanno Edelmann in einem sibirischen Gefangenenlager bei Swertlowsk. Nach einer Krankheit darf er in der Töpferwerkstatt des Lagers arbeiten; er zeichnet Kameraden beim Kartoffelschälen, russische Strafgefangene, den Lagerkommandanten.1947 kehrt er nach Hamburg zurück.
Oberschwester Dora im Atelier
1947 Dora Klostermann im Atelier

In der Universitätsklinik lernt Hanno Edelmann als 24jähriger Patient Dora Klostermann kennen, die Oberschwester der Chirurgischen Abteilung. Sie ist Kunstliebhaberin und Sammlerin. Seine Zeichnungen sind für sie eine Entdeckung, und sie ist beeindruckt von der Intensität, mit der er auch im Krankenhaus daran arbeitet. So öffnet sie ihm ihre große Sammlung deutscher Expressionisten, unterstützt ihn mit kleinen Geldsummen, ermöglicht ihm Studienaufenthalte auf dem Land und schafft Verbindungen zu Galeristen und Sammlern.

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